72 Stunden AKTION

Für die Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ – ein bundesweites und in einigen Nachbarländern stattfindendes Projekt der Katholischen Jugend im Oktober 2008 wurde das Projekt "ALLTAG-RASSISMUS" entscheidend erweitert – die Spuren von Fremdenfeindlichkeit sollten wieder aus dem öffentlichen Raum der teilnehmenden Gemeinde verschwinden – wenigstens vorübergehend.

17 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19 Jahren nahmen an der Aktion teil.
Am ersten Tag begannen wir mit den jugendlichen auszuschwärmen, um Zeichen von Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit in der Marktgemeinde Perchtoldsdorf aufzuspüren und fotografisch zu dokumentieren. Kurze Zeit später trafen wir uns wieder, um die Fundstücke gemeinsam zu sichten: Entdeckt wurden einige fremdenfeindliche und antisemitische Beschimpfungen und Symbole - eingeritzt, gesprayt oder mit Permanentmarker hinterlassen.

Jene Äußerungen an Wänden, Mistkübeln, Bänken etc. wurden anschließend von den Jugendlichen durch abschleifen, übermalen usw. fachgerecht entfernt. Die hierfür benötigten Materialien wurden von der Marktgemeinde Perchtoldsdorf zur Verfügung gestellt.
Alle Beteiligten hatten sichtlich Freude daran und zeigten sich stolz durch diese Aktion ihr Zeichen gegen fremdenfeindliche Tendenzen zu setzen. Bereits gegen Abend des zweiten Projekttages waren alle gefundenen Spuren von Ausgrenzung im öffentlichen Raum beseitigt.

Hier ein Beitrag des ORF zu unserer Aktion!
An dieser Stelle sei eine Aussage eines 17-Jährigen Österreichers während der Aktion herzuvorheben, die für sich spricht:
„Die Protagonisten der rechtspopulistischen Parteien haben vielen Jugendlichen eine Heimat gegeben – auch weil sie den Begriff „Heimat“ für sich besetzt haben. Dem überwiegenden Teil der in Österreich lebenden Menschen, die aus anderen Kulturen und Ländern stammen wird dieses Heimisch-Sein in unserem Land oft erschwert – meist, weil wir uns (noch) fremd sind. Dabei sollten wir unsere Verschiedenheiten als Vielfalt und Bereicherung begreifen. Ich lade im Namen der Österreicher_innen ohne Migrationshintergrund jeden und jede herzlich ein, den Österreicher_innen mit Migrationshintergrund eine Chance zu geben, auf einander zu zu gehen und sich kennen zu lernen. Wenn wir uns nicht mehr fremd sind, ist Fremdenfeindlichkeit nicht mehr möglich.


Hier noch ein paar Impressionen...